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Wenn einst der jüngste Tag anbricht | Gedicht von Hafiz

Wenn einst der jüngste Tag anbricht

von Muhammad Schams ad-Din (Hafiz) übersetzt von Klabund in „Der Feueranbeter“ 1919

 

Wenn einst der jüngste Tag anbricht,

Hält Hafis neben Gottes Thron Gericht,

Und seine weinbelegte Stimme spricht:

 

Ihr, die ihr trunken taumeltet durchs Leben,

Dem Lächeln und dem Frühling hingegeben,

An Mädchenlippen saugtet die an Reben

 

Ihr, die ihr Brüder wart von Stern und Stier,

Besessen von des Falters Sonnengier:

Ihr heilig Trunkenen, zur Rechten mir!

 

Doch ihr, die ihr mit eurem Herzen fargtet

Die ihr das Leben in die Tode sargtet,

Die ihr des Herbstes braune Blätter harstet,

 

Ihr, denen nie die Schönen Huris sangen,

Die ihr am Leben wie am Strick gefangen,

Die ihr im Kerker eures Hirns gefangen:

 

Die ihr im Bund mit Schweinezüchtern. Denn

Ihr lastert geheim, ihr Schüchternen,

zur Linken mit, ihr teuflisch nüchternen!

 

http://www.eslam.de/manuskripte/gedichte/hafiz/hafiz_wenn_einst_der_juengste_tag_anbricht.htm

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